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Guaraná
Guaraná (Paullinia cupana) ist eine aus dem Amazonasbecken stammende Lianenart, die zu den Seifenbaumgewächsen (Sapindaceae) gehört.
Ihre roten Früchte mit den bitter schmeckenden Kernen zeichnen sich durch ihren hohen Koffeingehalt (ca. 4-8% in der Trockenmasse) aus.
Guaraná besitzt die stimulierende Wirkung des Kaffees. Die anregende Substanz wird jedoch im Gegensatz zu dem im Kaffee enthaltenen Koffein erst nach und nach freigesetzt; die Wirkung hält somit vier bis sechs Stunden an. Die unterschiedliche Wirkung lässt sich darauf zurückführen, dass das Koffein in den Guaranásamen an Gerbstoffe gebunden ist, die erst abgebaut werden müssen, bevor das Koffein freigesetzt wird und seine Wirkung entfalten kann. Fälschlicherweise wird die anregende Substanz oft auch als Guaranin bezeichnet. Eine solche Substanz gibt es jedoch nicht.
Es können die gleichen Nebenwirkungen wie beim Genuss von Koffein aus anderen Quellen auftreten, z.B. Nervosität oder Schlafstörungen.
Guaraná ist den Indios schon seit Jahrhunderten bekannt. Die geschälten und getrockneten Samen werden zu einem hellbraunen Pulver zermahlen, in Wasser aufgeschwemmt und mit Honig gesüßt zur Stärkung und Erfrischung verwendet. Heute wird daraus ein für Brasilien typisches Erfrischungsgetränk hergestellt. Verbreitung finden auch Schokolade, Kaugummi und Energy Drinks mit Guaranáanteil. Für die Pharmaindustrie ist Guaraná auch als Bestandteil von Arzneimitteln interessant.
Weblinks
- [http://www.giftpflanzen.com/paullinia_cupana.html Die Coffein-Liane Paullinia cupana]
- [http://www.oekotest.de/cgi/ot/otgs.cgi?doc=28585 Ökotest Guarana]
- [http://www.kolpak.de/guarana/guarana.html SINFO Guarana & ONCA]
- [http://kraeuterlexikon.alexxis.net/index.php?option=news&aktion=newslang&ID=10 Anwendungsbeispiel]
Kategorie:Seifenbaumgewächse
Kategorie:Pflanzliche Droge
ja:ガラナ
Wikipedia:TaxoboxenACHTUNG: Die Taxobox-Vorlage hat sich geändert! Bitte hilf mit, alte Taxoboxen durch diese neue zu ersetzen. Bitte keine Taxoboxen nach der alten Vorlage mehr anlegen!
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Eine Taxobox ist in einem Artikel über ein Taxon (= eine systematisch erfasste und benannte Tier- oder Pflanzengruppe bzw. Tier- oder Pflanzenart) eine Tabelle mit Informationen zur systematischen Einordnung und Unterteilung. Taxoboxen sollten nur für rezente, nicht aber für ausgestorbene Arten angelegt werden. (Arten, die erst in historischer Zeit ausgestorben sind, bilden eine Ausnahme von dieser Regel).
Wenn Du mehr über die Gestaltung eines Tier- oder Pflanzenartikels wissen möchtest, solltest Du auch Wikipedia:WikiProjekt Lebewesen und Wikipedia:Leitlinien Biologie lesen.
Eine Möglichkeit, Taxoboxen zu erzeugen, ist der [http://vs.aka-online.de/taxoboxomat/ Taxoboxomat].
Übergeordnete Taxa
Es sollen stets die fünf übergeordneten Taxa genannt werden. Bei einer Art könnten dies also die Gattung, die Tribus, die Unterfamilie, die Familie und die Überfamilie sein. Wenn eines dieser Taxa fehlt, rückt statt dessen ein anderes nach. Wenn also zum Beispiel die Tribus fehlt, wird zusätzlich noch die Unterordnung genannt.
Untergeordnete Taxa
Untergeordnete Taxa können, müssen aber nicht in der Taxobox stehen. Wenn sie genannt werden, müssen alle untergeordneten Taxa erwähnt sein und nicht bloß eine Auswahl. Sind es mehr als zehn untergeordnete Taxa, werden sie nicht in der Taxobox, sondern nur im Fließtext genannt. Allgemein ersetzt die Aufführung in der Taxobox nicht die Erwähnung im Fließtext.
Schreibweise der Taxa
Wissenschaftliche Taxonnamen werden nur für Gattung und Art kursiv dargestellt. Der Name einer Gattung wird immer großgeschrieben, der Artname besteht immer aus zwei Bestandteilen: Dem Gattungsnamen, der auch durch (großgeschriebene) Initiale abgekürzt werden kann und dem Artepithet, das immer kleingeschrieben wird.
Wissenschaftlicher Name
Jede Taxobox hat einen Abschnitt "Wissenschaftlicher Name". Hier wird neben dem gültigen Namen der Autor (Erstbeschreiber) und das Jahr der Erstbeschreibung angegeben. Bei Pflanzen, Pilzen und Algen entfällt das Jahr der Erstbeschreibung.
Nähere Informationen hierzu findet man in den Leitlinien Biologie.
Keine Kommentare in der Taxobox
Alle Unklarheiten die Einordnung und Unterteilung betreffend sollen im Text stehen. Die Taxobox soll von Kommentaren freibleiben. Sie soll auch keine Synonyme, Basionyme und andere alternative Schreibweisen des wissenschaftlichen Namens enthalten.
Bild
Steht ein Bild zur Verfügung, wird es in die Taxobox integriert. In einer Taxobox steht nur ein Bild. Weitere Bilder können außerhalb der Taxobox in den Artikel eingebracht werden.
Unter dem Bild wird die Art mit eventuellen Besonderheiten (Weibchen, Winterfell, weiße Morphe etc.) genannt.
Weitere Informationen in der Taxobox
In der Taxobox unterbleiben alle Angaben, die nicht die Systematik betreffen. Angaben zu Größe, Gewicht, Verbreitung, Lebensweise, Bedrohungs- und Schutzstatus, Blütezeit etc. gehören in den Text und nicht in die Taxobox.
Schablone für Copy and Paste
Bitte ersetze alle in Großbuchstaben geschriebenen Wörter durch die Entsprechungen. Noch einfacher ist es, wenn Du die Tabelle aus einem Artikel rauskopierst, in der sie bereits halbwegs ähnlich vorhanden ist.
Taxon-Kategorien im MediaWiki-Namensraum
Dies ist eine Auflistung aller im MediaWiki-Namensraum angelegten Elemente zu den Taxoboxen sowie ihrer Entsprechungen. Diese Kürzel sollen in den Taxoboxen statt des Platzhalters "EINHEIT" eingesetzt werden.
Für die Kategorien „Klassifikation“, „Domäne“ sowie „Stammgruppe“ gibt es noch kein besonderes Element, hierfür wird bisher einfach Klassifikation, Domäne bzw. Stammgruppe in die Taxobox eingesetzt.
Beispielhaftes Aussehen einer Taxobox
Beispiel für eine Pflanzenart
Beispiel für eine Tierfamilie
Beispiel für einen Speisepilz
Siehe auch: Portal:Lebewesen/Artikel ohne Taxobox, Portal:Lebewesen/Artikel mit alter Taxobox
Taxoboxen
Taxoboxen
Kategorie:WikiProjekt Lebewesen
Amazonasbecken
Als Amazonasbecken wird die riesige von Regenwäldern bedeckten Tiefebene im nördlichen Teil Südamerikas bezeichnet. Das Becken hat seinen Namen von dem das Becken von West nach Ost durchquerenden Fluss „Amazonas“.
Das Amazonasbecken umfasst Gebiete in Brasilien, Französisch-Guayana, Suriname, Guyana, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien. Es ist mit ca. 7 Millionen km², was etwa 5% der gesamten Landfläche der Erde entspricht, das größte zusammenhängende Landschaftsgebiet und damit auch der größte zusammenhängende Wald unseres Planeten.
Das Gebiet bezeichnet die Landschaft, die durch das riesige Flusssystem des Amazonas geprägt ist und umfasst damit auch die über 1000 „größeren“ Nebenflüsse desselben. Der größte Teil des Amazonasbeckens (rund zwei Drittel der Fläche) gehört zu Brasilien. Dabei ist nicht nur der Amazonas ein mächtiger Fluss, sondern auch viele seiner Nebenflüsse. Zehn davon gehören ihrerseits zu den fünfundzwandzig wasserreichsten Flüssen der Erde, darunter sogar ein Nebenfluss eines Nebenflusses, nämlich der Rio Branco.
Man schätzt, dass im Amazonasbecken rund ein Fünftel allen Süßwassers der Erde fließt. Dabei hat das Becken ein derart geringes Gefälle, dass die Flüsse meist nur eine sehr geringe Fließgeschwindigkeit aufweisen. Für den Amazonas gilt, dass das Gefälle rund fünf Millimeter pro Kilometer beträgt, wobei im Vergleich hierzu beispielsweise eine Badewanne ein stärkeres „Gefälle“ aufweist. Je nach Jahreszeit werden weniger als 100.000 oder sogar über 200.000 m³ Wasser pro Sekunde dem Atlantischen Ozean zugeführt.
Die großen Nebenflüsse des Amazonas kann man an ihren Farben unterscheiden. Der Rio Negro gibt seine Farbe schwarz bereits im Namen an. Der Rio Madeira gilt als gelb-roter Fluss, der Rio Tapajos und der Rio Xingu haben klares Wasser, das aus der Entfernung und aus dem Flugzeug blaugrün erscheint. Allgemein gilt, dass die dunklen Flüsse (Schwarzwasserflüsse) eher aus dem Norden (also linksseitig), die hellen eher aus dem Süden (also rechtsseitig) zufließen. Der Grund liegt in der Bodenbeschaffenheit und damit der Erosion der durchflossenen Regionen.
Politik
Die Anrainerstaaten des Amazonasbeckens haben 1978 ein Abkommen zur Zusammenarbeit in der Amazonasregion (Tratado de Cooperación Amazonica, TCA) verabschiedet. Aus dieser ging im Jahr 2003 die Organisation des Amazonaspaktes (OTCA) mit Sitz in Brasília hervor.
Bevölkerung
In der Amazonasregion leben etwa 22 Millionen Menschen. Davon gehören circa eine Million einer der vielfältigen indigenen Völker in der Region an. Im brasilianischen Teil der Amazonasregion werden 150 verschiedene indigene Völker unterschieden. Weitere wichtige Bevölkerungsgruppen sind traditionelle Uferbewohner (Ribeirinhos), die zum Teil während des Kautschukbooms in die Region kamen und vom Kautschukzapfen lebten. Später kamen Siedler (colonos) hinzu, die im Rahmen von staatlichen Ansiedlungsmaßnahmen zur Erschließung der Region Grundstücke zum Ackerbau zugewiesen bekamen. Zwischen den Farmern und Viehzüchtern einerseits, welche durch großflächige Rodungen die Kautschukwälder gefährden, und der Seringueiro-Bewegung andererseits, welche auf diese Wälder als Lebensgrundlage angewiesen sind, zeigten in der Folge große Spannungen. Weitere Menschen kamen im Rahmen von Industrie und Handel in die Region, insbesondere in Manaus durch die Einrichtung einer Freihandelszone.
Wichtige Städte
Wichtige Städte in der Amazonasregion sind:
- Belém
- Manaus
- Santarém
- Iquitos
- Pucallpa
- Georgetown
- Paramaribo
- Cayenne
Flora und Fauna
Die Amazonasregion zeichnet sich unter anderem durch ihre große Biodiversität aus. Die Anzahl der tatsächlich in der Amazonasregion vorkommenden Spezies ist schwer zu schätzen, da erst ein Bruchteil von ihnen entdeckt und beschrieben wurde. Es wird von einer Zahl zwischen fünf und zehn Millionen Arten ausgegangen. Von diesen wurden bislang etwa 1,4 Millionen beschrieben, darunter 750.000 Insektenarten, 40.000 Wirbeltiere, 250.000 Pflanzen und 360.000 Mikrobiota. Man geht davon aus, dass in der Region etwa ein Viertel der lebenden Tier- und Pflanzenarten ihr Habitat haben. Die Fischfauna wird auf 2.000 Arten geschätzt, mehr als in allen anderen Flüssen der Welt zusammen.
Die Vegetation in Amazonien ist sehr heterogen. Eine grobe Unterteilung der der verbreitetesten Vegegationsformen umfasst: Dichte Wälder, offene Wälder mit Palmen, offene Wälder ohne Palmen, Lianenwälder, Trockenwälder, Bergwälder (vor allem am Andenabhang), Überschwemmungswälder (Várzea), Sumpfwälder (Igapó). Hinzu kommen lokale Formationen wie Mangrovenwälder, waldfreie Savannen (campos naturais), Caatinga, etc.
Boden
Terra preta ist eine fruchtbare Schwarzerde, die in der Nähe des Amazonas und seiner Nebenflüsse verbreitet ist.
Weblinks
- http://www.amazonwatch.org/amazon/geo_focus_map.php (Karte Großprojekte im Amazonasbecken)
Kategorie:Landschaft in Südamerika
Kategorie:Geographie (Brasilien)
Kategorie:Geographie (Peru)
Kategorie:Geographie (Bolivien)
Kategorie:Geographie (Ecuador)
Liane (Pflanze)Lianen sind Schling- und Rankengewächse mit verholzendem Stamm, die im Boden wurzeln und an Bäumen oder anderen senkrechten Gebilden emporranken. Sie umschlingen dabei den Träger in mehr oder weniger zahlreichen Windungen, wie die Waldreben (Clematis), und/oder halten sich mit Haftwurzeln und anderen Klettereinrichtungen (Ranken, Dornen) fest, wie etwa der Efeu (Hedera helix).
Die Lianen entgehen dabei dem Lichtmangel in der Nähe des Erdbodens, dabei sind sie jedoch keine Schmarotzer. Viele Lianen bilden auch Luftwurzeln aus.
Besonders zahlreich sind Lianen im Regenwald vertreten. In Mitteleuropa kommen Wein, Efeu und Waldreben vor.
Kategorie:Pflanzentyp
Seifenbaumgewächse
Die Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) bilden eine Pflanzenfamilie, die innerhalb der Bedecktsamer (Magnoliophyta) zu den Rosenähnlichen (Rosidae) gehört.
Molekularbiologische Erkenntnisse haben ergeben, dass auch die bisherigen Ahorngewächse (Aceraceae) und die Rosskastaniengewächse (Hippocastanaceae), eingeordnet in die Unterfamlie der Rosskastaniengewächse (Hippocastanoideae), in die Familie der Seifenbaumgewächse eingruppiert werden müssen. Gemeinsam ist allen Sapindaceae die Ausbildung eines Diskus am Grund der Blüte.
Die Familie ist gegliedert in 3 Unterfamilien (und eine nicht eingeordntete Gattung), und umfasst etwa 135 Gattungen mit fast 1600 Arten.
Verbreitung
Die Seifenbaumgewächse sind vor allem in den Tropen sehr reich entwickelt. Sie besiedeln das gesamte tropische Südamerika, Afrika und Asien, dazu auch noch Australien, Neuseeland und Ozeanien. In den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel, in Nordamerika, Europa und Ostasien, kommen nur wenige Gattungen vor wie beispielsweise die Ahorne (Acer).
Systematik
Man unterscheidet nach dem Bau des Fruchtknotens drei Unterfamilien, die Sapindoideae mit nur einer einzigen Samenanlage, die Hippocastanoideae mit zwei Samenanlagen und die Dodonaeoideae mit zwei bis mehreren Samenanlagen je Fruchtknotenfach.
Unterfamilien mit einer Auswahl an Gattungen
- Hippocastanoideae, mit 5 Gattungen und 130 Arten
- Rosskastanien (Aesculus) - ca. 15 Arten
- Gewöhnliche Rosskastanie, Weiße Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) - Baum des Jahres 2005
- Rote Rosskastanie (Aesculus pavia)
- Fleischrote Rosskastanie (Aesculus x carnea)
- Strauch-Rosskastanie (Aesculus parviflora)
- Gelbe Rosskastanie (Aesculus flava Sol.)
- Ahorne (Acer) - 110 Arten
- Dipteronia
- Billia
- Sapindoideae
- Allophylus - ca. 190 Arten
- Akee-Frucht (Blighia)
- Cupaniopsis - 60 Arten
- Longan-Frucht (Dimocarpus)
- Guioa - 65 Arten
- Koelreuteria, 3 Arten, z.B.:
- Blasenesche (K. paniculata)
- Litchi
- Litchibaum (L. chinensis)
- Mamoncillo-Frucht (Melicoccus)
- Nephelium - ca. 35 Arten, z.B.:
- Rambutan (N. lappaceum)
- Paullinia - 195 Arten, z.B.:
- Guaraná (P. cupana)
- Seifenbaum (Sapindus) - ca. 13 Arten
- Serjania - 215 Arten
- Dodonaeoideae
- Dodonaea - 70 Arten
Kategorie:Seifenbaumgewächse
ja:ムクロジ科
Frucht (Botanik)Die Frucht ist die Gesamtheit der Organe, die aus einer Blüte hervorgehen, die die Samen bis zu deren Reife umschließen. An der Bildung einer Frucht können außer dem Fruchtblatt zum Beispiel folgende Organe beteiligt sein: Achsengewebe (beispielsweise der Blütenboden), Blütenhülle, Spelzen.
Die Frucht dient der Verbreitung. Je nachdem, ob die Samen von der Frucht eingeschlossen oder im reifen Zustand freigesetzt werden, unterscheidet man zwischen Schließ- und Streufrüchten. (Im allgemeinen Sprachgebrauch wird jedoch nicht immer zwischen den Samen und der Frucht klar unterschieden.)
Aufbau
Fructus - Frucht
Karpell - Fruchtblatt
Cupula - Fruchtbecher
Perikarp - Fruchtwand
- Exokarp - äußere Schicht
- Mesokarp - mittlere Schicht
- Endokarp - innere Schicht
Einteilung
- nach Art des Fruchtknotens: (Mehrblatt, Einblatt)
- nach Verschluss der reifen Samen: Schließfrüchte - Streufrüchte
- Zerfallfrüchte - Balgfrüchte - Hülsenfrüchte
- Nussfrüchte - Kapselfrüchte - Steinfrüchte - Beerenfrüchte
- nach Wassergehalt: Trockenfrüchte - Saftfrüchte
- nach Gruppierung an der Pflanze: Einzelfrüchte - Sammelfrüchte - Fruchtstand
Einzelfrüchte
Streufrüchte
- Balgfrucht
: - besteht aus einem Fruchtblatt, das an der Bauchnaht verwächst (Winterling) und mit nur einer Naht öffnet
- Hülse
: - besteht aus einem Fruchtblatt, das sich an zwei Nähten, der Bauch- und Rückennaht öffnet (Hülsenfrüchtler)
- Schote, Schötchen
: - besteht aus zwei oder vier Fruchtblättern mit Plazentarleisten (Kreuzblütler)
- (Spalt-, Poren-, Deckel-) Kapsel
: - besteht aus zwei zu einem synkarpen Fruchtknoten verwachsenen Fruchtblatt (Schlafmohn, Baumwolle)
Schließfrüchte
- Beere
: - Fruchtwand ist fleischig, saftig oder selten trocken (Johannisbeere, Tomate, Gurke, Kürbis)
- Steinfrucht
: - vereint Merkmale von Beere und Nuss (Kirsche, Pflaume, Holunder, Mandel)
- Nussfrucht
: - alle drei Fruchtwandschichten sind verholzt (Haselnuss)
: - Achäne - mit unterständigem Fruchtknoten (Sonnenblume, Löwenzahn)
: - Karyopse - mit oberständigem Fruchtknoten (Reis, Weizen, Roggen)
: - Doppelachäne (Spaltfrucht) - (Kümmel, Fenchel)
- Bruchfrucht
: - alle Fruchtwandteile umhüllen den Samen (Hedrichs, Klausen der Lippenblütler)
Sammelfrüchte
- Sammelbalgfrucht
: - (Kolanuss, Apfel, Birne)
- Sammelsteinfrucht
: - (Himbeere, Brombeere)
- Sammelnussfrüchte
: - Sammelnuss - (Erdbeere, Hagebutten)
: - Nussverbände - (Maulbeeren, Brotfrucht)
Fruchtstände
: - (Linde, Ananas, Feige)
Siehe auch
- Exotenfrucht
- Lagerfrucht
- Obst
- Fruchtgemüse
- Karpologie
- Scheinfrucht
Kategorie:Pflanzenmorphologie
simple:Fruit
ja:果物
simple:Fruit
zh-cn:水果
zh-tw:水果/繁
KoffeinKoffein (auch Coffein oder veraltet Thein und Teein) ist ein anregend wirkender Bestandteil von Genussmitteln wie Kaffee, Tee, Cola, Mate, Guarana, Energy Drinks und Schokolade. Es ist eines der ältesten, wirksamsten und am besten verträglichen Aufputschmittel. Koffein ist ein weißes geruchloses Pulver oder bildet hexagonale Prismen aus.
Es handelt sich um ein Purin-Alkaloid. Die korrekte chemische Bezeichnung ist 1,3,7-Trimethylxanthin, die Summenformel lautet C8H10N4O2.
Geschichte
Die Isolierung gelang erstmals dem deutschen Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge im Jahr 1820 durch langsames Erhitzen von Röstkaffee und Auffangen des entstehenden Dampfes. Friedlieb Runge führte die Analysen angeblich auf Anregung von Johann Wolfgang von Goethe durch. Dieser überließ Runge am 3. Oktober 1819 nach einem Gespräch über Pflanzengifte eine Schachtel mit den zu jener Zeit noch sehr wertvollen Kaffeebohnen.
Eigenschaften
Das Molekulargewicht von Koffein beträgt 194,2 g/mol. Die Dichte beträgt 1,2 Gramm pro Kubikzentimeter. Bei Raumtemperatur sind in einem Liter Wasser rund 20 Gramm Koffein löslich, in siedendem Wasser sind schon etwa 700 Gramm Koffein pro Liter Wasser löslich. Auch in Chloroform ist es gut löslich, in Ethanol ist es hingegen nur mäßig löslich.
Koffein ist eng verwandt mit den Theophyllinen, die als Asthmamedikamente eingesetzt werden, ebenso mit Theobromin, dem Hauptwirkstoff des Kakaos.
Vorkommen
Koffein ist der Hauptwirkstoff des Kaffees. Außer in den Samen des Kaffeestrauchs kommt es auch in zahlreichen anderen Pflanzen, wie zum Beispiel dem Teestrauch, dem Matebaum und der Kolanuss vor.
Produkte mit natürlichem Koffeingehalt
- Eine Tasse Kaffee enthält ungefähr 50-100 mg.
- Eine kleine Tasse Espresso circa 40 mg Koffein.
- Eine Tasse Tee kann je nach Zubereitungsart bis zu 50 mg enthalten. Das im Tee vorkommende Koffein nannte man früher Teein, chemisch ist es jedoch genau der gleiche Stoff wie im Kaffee.
- Selbst Kakao enthält mit ungefähr 6 mg pro Tasse ein wenig Koffein, aber hauptsächlich Theobromin.
- In der Schokolade findet sich Koffein (Vollmilchschokolade ca. 15 mg /100 g, Halbbitterschokolade ca. 90 mg/100 g) neben Theobromin und anderen anregenden Substanzen.
Den folgenden Produkten wird üblicherweise synthetisch erzeugtes Koffein beigemischt. Teilweise wird aber auch natürliches Koffein, gewonnen bei der Kaffee-Entcoffeinierung, verwendet. Besonders sogenannten Wellness-Produkten wird häufig natürliches Koffein als Guarana-Extrakt zugesetzt.
- Energy Drinks wie Red Bull (ca. 80 mg pro Dose)
- Kaffee-Bonbons (ca. 80-350mg Koffein pro 100g, etwa 3,3-5,2mg Koffein je Bonbon)
- Cola-Getränke (mit 30–60 mg/500 ml) (früher mit natürlichem Koffein aus der Kolanuss)
- Eine Tablette "Aspirin forte" enthält 50 mg Koffein, normales Aspirin weist kein Koffein auf.
- Koffeintabletten enthalten meistens 100 bis 300 mg Koffein
Hauptwirkungen des Koffeins
- anregend auf das Zentralnervensystem
- erhöhte Herztätigkeit, Puls steigt
- erhöhter Blutdruck
- Bronchialerweiterung
- harntreibend (erst ab 300 mg/Tag)
- regt die Peristaltik des Darmes an
Koffein gilt als Genussmittel. Die Weltgesundheitsorganisation hat Koffein als nicht suchterzeugende Droge eingestuft. Auch bei langjähriger Anwendung sind bis jetzt keine eindeutigen gesundheitlichen Schäden bekannt. Formen psychischer Abhängigkeit von Koffein können jedoch bei regelmäßigen Konsumenten, besonders Kaffeetrinkern, beobachtet werden; dabei spielen auch Geschmack und Geruch des Kaffees sowie die sozialen Riten des Kaffeetrinkens eine Rolle. Da die Entzugssyptome allerdings nur schwach sind, wird die Abhängigkeit kaum wahrgeommen.
Symptome einer solchen Abhängigkeit können Kopfschmerzen, Migräne, Verspannungen, Zittern, Nervosität, Unkonzentriertheit und Reizbarkeit sein. Der Körper braucht circa drei Tage, um vom Koffein entgiftet zu werden, nach dieser Zeit sollten die Nebenwirkungen aufhören. Zu weiteren unerwünschten Nebenwirkungen von Koffein in hohen Dosen gehören auch der Harndrang und Herzrasen. Durch Koffein mit langsamer Freisetzung (z.B. Guaranapulver, Schwarztee) können diese negativen Effekte weitgehend minimiert und die positiven Effekte des Koffeins optimiert werden.
Koffein in Genussmitteln, wie z.B. in Schwarztee oder Schokolade, kann insbesondere für Kinder nicht unproblematisch sein: so enthalten z.B. drei Dosen Cola und drei Schokoriegel etwa soviel Koffein, wie in zwei Tassen Kaffee enthalten sind (ca. 200 mg Koffein). Ein dreißig Kilogramm schweres Kind kommt somit auf eine Konzentration von 7 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht, eine Dosis die ausreicht, um Nervosität und Schlafstörungen zu verursachen.
Koffein steht auf der Dopingliste des Internationalen Olympischen Komitees. Allerdings sind die Grenzwerte so hoch, dass Sportler durchaus Kaffee zum Frühstück trinken können. Die Welt-Antidoping-Agentur hat mit Wirkung zum 1. Januar 2004 das Stimulans Koffein von der Liste der verbotenen Substanzen gestrichen.
Der orale LD50 für eine Ratte liegt bei 381 Milligramm pro Kilogramm. Bei Menschen wird die letale Dosis bei etwa 100 Tassen Kaffee eingeordnet.
Bei Überdosierung können Kohletabletten, Verapamil und Diazepam gegeben werden.
Es ist bekannt, dass das Trinken von Grapefruitsaft vor der Koffeinzufuhr die Halbwertszeit des Koffeins verlängert, da der Bitterstoff der Grapefruit die Metabolisierung des Koffeins in der Leber hemmt.
Die anregende Wirkung des Koffeins beruht in erster Linie auf seiner Bindung als Antagonist an Adenosinrezeptoren vom A1- und A2A-Typ, die im Zentralnervensystem vorkommen. Koffein ist dem Adenosin-Molekül ähnlich genug, um an die Rezeptoren anzudocken, aber nicht ähnlich genug, um sie auszulösen. Die Koffeinmoleküle "verstopfen" sozusagen die Rezeptoren, die dann für das Andocken von Adenosin nicht mehr zur Verfügung stehen. Dadurch wird die ruhigstellende Wirkung des Adenosins kompetitiv gehemmt und die neuronale Aktivität erhöht; statt hemmend wie das ADP wirkt es also aktivierend auf eine wichtige Signalkaskade innerhalb der Zielzelle.
In sehr hohen (unphysiologischen) Konzentrationen bindet Koffein an intrazelluläre Ryanodin-Rezeptoren im endoplasmatischen Retikulum und bewirkt dadurch eine Freisetzung von Kalzium aus intrazellulären Kalziumspeichern.
Koffein hemmt die cAMP-spaltende Phosphodiesterase und bewirkt deswegen einen Anstieg der intrazellulären cAMP-Konzentration.
Caffeinol
Nach neuesten Erkenntnissen ist die Mischung von Alkohol und Koffein auch ein gutes Mittel zur Behandlung von Schlaganfällen. Der Mediziner James Grotta von der Universität Texas in Houston spritzte zusammen mit Kollegen insgesamt 23 Patienten die Caffeinol genannte Wirkstofflösung und konnte eine gute Heilung der durch den Schlaganfall hervorgerufenen Schäden feststellen.
Weblinks
- http://www.unet.univie.ac.at/~a9947896/fba/abstract.html
- http://www.omikron-online.de/cyberchem/cheminfo/0160-lex.htm
- http://www-oc.chemie.uni-regensburg.de/Reiser/ChemieAlltag/Coffein.pdf
- http://www.pressetext.ch/pte.mc?pte=030411011 Caffeinol
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/250510.html www.wissenschaft.de: Koffein kann die Insulinresistenz fördern und damit die Entwicklung von Diabetes begünstigen]
- [http://lambdasyn.science-hosting.de/synfiles/coffein.html Prinzip der Isolierung von Koffein]
Kategorie:Xanthin
Kategorie:Stimulans
Kategorie:Heterocyclus
Kategorie:Chemische Verbindung
Kategorie:Kaffee
ja:カフェイン
ms:Kafeina
simple:Caffeine
th:คาเฟอีน
Kaffee
]
Kaffee // (türk. kahve aus arab. qahwa „anregendes Getränk“; auch: Wein) ist ein schwarzes, koffeinhaltiges Heißgetränk, das aus gerösteten (Röstkaffee) und gemahlenen Kaffeebohnen hergestellt wird. Röst- und Mahlgrad variieren je nach Zubereitungsart (s. u.). Kaffee enthält das Vitamin Niacin.
Die Kaffeebohnen werden aus Steinfrüchten verschiedener Pflanzenarten aus der Familie der Rubiaceae gewonnen. Die beiden wichtigsten Arten der Kaffeepflanze sind Coffea arabica (Arabica-Kaffee) und Coffea canephora (Robusta) mit vielen Sorten/Varietäten. Je nach Art der Kaffeepflanze, Sorte der Kaffeebohne und Anbauort gibt es unterschiedliche Qualitätsstufen. So gilt Kaffee aus Robusta-Bohnen als minderwertig gegenüber dem aus reinem Arabica, dabei haben diese Bohnensorten lediglich unterschiedliche Eigenschaften und Preisbildungsfaktoren. Als seltenste Kaffeesorte der Welt gilt der Kopi Luwak aus Indonesien...
Kaffee wird heute in über 50 Ländern weltweit angebaut.
Geschichte
Ursprung und Entdeckung
Indonesien
Nach einer 1671 zu Papier gebrachten Legende fiel einst Hirten aus Kaffa auf, dass ein Teil der Ziegenherde, die von einem Strauch mit weißen Blüten und roten Früchten gefressen hatten, bis in die Nacht hinein munter umhersprang, während die anderen Tiere müde waren. Die Hirten beklagten sich darüber bei Mönchen des nahe gelegenen Klosters. Als ein Hirte selbst die Früchte des Strauchs versuchte, stellte er auch bei sich eine belebende Wirkung fest. Bei Nachforschungen der Mönche an der Grasungsstelle entdeckten sie dort einige dunkelgrüne Pflanzen mit kirschenartigen Früchten. Sie bereiteten daraus einen Aufguss und konnten fortan ohne das gewohnte Schlafbedürfnis bis tief in die Nacht hinein wach sein, beten und miteinander reden. Somit haben wohl Ziegen die Kaffeebohne entdeckt.
Es wird angenommen, dass die Provinz Kaffa in Äthiopien das Ursprungsland des Kaffees ist. Dort wurde er bereits im 9. Jahrhundert erwähnt. Von Äthiopien gelangte der Kaffee vermutlich im 14. Jahrhundert durch Sklavenhändler nach Arabien. Geröstet und getrunken wurde er aber dort wahrscheinlich erst ab Mitte des 15. Jahrhunderts. Der Kaffeeanbau brachte Arabien eine Monopolrolle ein. Handelszentrum war die Hafenstadt Mocha, auch Mokka genannt, das heutige Al Mukha im Jemen.
Die äthiopische Zubereitungsart bzw. Kaffeetradition ist wohl die ursprünglichste: Nach dem Rösten der Bohnen in einer großen Eisenpfanne werden diese grob gemahlen oder im Mörser zerstampft. Das Mahlgut wird mit Wasser und Zucker in der sog. Jabana (einem bauchigen Tonkrug ähnlich einer Karaffe) aufgekocht und in kleinen Schalen serviert.
Verbreitung
Mit dem Aufstieg des osmanischen Reiches wurde das Getränk immer beliebter. Das erste Café entstand in Persien. In öffentlichen Kaffeehäusern traf man sich in Kleinasien, Syrien und Ägypten zum Genuss des Getränks. In Kairo wurden nach 1532 die Kaffeehäuser von einer aufgehetzten Menschenmenge gestürmt. Im 17. Jahrhundert wurde die Kaffeepflanze in holländische Kolonien verbreitet und sicherten Holland eine Vormachtstellung im Handel.
In Konstantinopel soll Kaffee 1517 erstmals aufgetaucht sein (durch Sultan Selim nach der Eroberung von Ägypten), jedenfalls wurde nach heftiger Opposition von Kirche und Staat 1554 das erste europäische Kaffeehaus eröffnet. 1645 verfügte Venedig, 1650 Oxford und 1652 London über eine solche Einrichtung. In Frankreich entstanden um 1659 erste Kaffeehäuser in Marseille, Paris folgte 1672, nachdem ein Armenier in St. Germain eine Kaffeebude aufgeschlagen hatte. Das erste eigentliche Kaffeehaus war jedoch das Café Procope, das um 1689 vom Sizilianer Procopio begründet wurde. Wien folgte 1683 mit dem ersten Wiener Kaffeehaus nach (Gründung eines Polen), nachdem beim Kampf gegen die Türken 500 Sack Kaffee erbeutet worden waren, und wurde zur klassischen Kaffeehausstadt. Nach Deutschland gelangte der Kaffee offenbar über Frankreich und er wurde erstmals 1673 in Bremen ausgeschenkt. Hier entstand dann 1697 das Bremer Kaffeehaus im Haus Schütting. 1675 kannte man Kaffee bereits am Hofe des Großen Kurfürsten, doch wurde hier erst 1721 das erste Kaffeehaus errichtet. In Hamburg entstand 1679 ein Kaffeehaus, das von einem Engländer gegründet wurde, in Regensburg 1686, in Leipzig 1694.
Der Augsburger Arzt Rauwolff lernte schon 1573 in Aleppo den Genuss von Kaffee kennen und berichtete 1582 darüber. Weitere Nachrichten über den Kaffee gelangten durch Prospero Alpino 1592 nach Italien.
Anbau
Waren die Kaffeepflanzen zunächst nur in Afrika und Arabien verbreitet, so kam man bald auf die Idee, sie in anderen geeigneten Regionen zu kultivieren.
Die erste Anpflanzung außerhalb Afrikas und Arabiens geschah durch van Hoorn, der als Gouverneur von Niederländisch-Ostindien 1690 (nach anderen Quellen bereits 1658) in Ceylon und 1696 (oder 1699) auf Java erste Versuche anstellen ließ. Die dort verwendeten Pflanzen stammten aus Arabien. Von diesen Plantagen gelangten 1710 mehrere Exemplare nach Europa und wurden hier in verschiedenen botanischen Gärten kultiviert, z.B. in Amsterdam, wo erstmals ein Kaffeebaum auf europäischem Boden gezogen wurde.
1718 brachten die Holländer den Kaffee nach Surinam, die Franzosen 1725 nach Cayenne, 1720/1723 nach Martinique, 1730 nach Guadeloupe und gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Kaffee bereits zu den verbreitetsten Kulturpflanzen in den Tropen. Dies ist auch auf die Ausbreitung der europäischen Kolonien zurückzuführen, ohne die die heutige weltweite Verbreitung des Kaffees nicht zu verstehen ist.
Genuss
Der Kaffee war ursprünglich sehr teuer, deshalb konnten sich nur gutsituierte Bürger und Aristokraten das aromatische Getränk leisten. Honoré de Balzac trank stets sehr viel starken Kaffee, um wach zu bleiben; er arbeitete meist zwölf Stunden am Tag. Ludwig van Beethoven hatte es sich angewöhnt, genau 60 Kaffeebohnen abzuzählen, um daraus eine Tasse Mokka zu brauen.
Von Johann Wolfgang von Goethe stammte die Idee, man solle die Bohnen destillieren. Beim Umsetzen des Gedankens entdeckte der Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge das Koffein.
Der teure und seltene Kaffee wurde von ärmeren Bevölkerungsschichten und in Krisenzeiten durch Ersatzprodukte wie Muckefuck, Malzkaffee oder Zichorie ersetzt.
In einigen Ländern hat sich der nachmittägliche Genuss von Kaffee als eigene Mahlzeit Kaffee etabliert.
Wirtschaftliche Bedeutung
Mahlzeit Kaffee
Weltproduktion
Brasilien ist der größte Kaffeeproduzent der Welt mit 1,772 Mio. Tonnen Kaffeebohnen, was ca. 25 Prozent der Welternte ausmacht, die bei 7,300 Mio. Tonnen pro Jahr liegt. Weitere große Kaffeebohnenproduzenten sind Vietnam, Kolumbien, Indonesien, Elfenbeinküste, Mexiko, Indien, Guatemala, Äthiopien, Uganda, Costa Rica, Honduras, Peru und El Salvador.
Die bedeutendsten Hauptabnehmerländer sind weltweit die USA, Deutschland, Frankreich, Japan und Italien.
Handel
Die Kaffeeindustrie in Deutschland ist ein Oligopol: sechs Anbieter (Tchibo, Aldi u. a.) teilen sich 85% des Marktes. Die deutschen Großröstereien konzentrieren sich dabei im Hamburger Raum. Der Hamburger Hafen ist nicht nur für Deutschland, sondern sogar weltweit der größte Umschlagplatz für Rohkaffee.
Durch den Verfall des Kaffeepreises, an dem vor allem auch das genannte Oligopol maßgeblichen Anteil hat, ist der Preis für Kaffee auf ein Niveau gesunken, das in den letzten 50 Jahren noch nie unterboten wurde: Im Jahresdurchschnitt mussten 2001 für 500 g Kaffee lediglich 3,28 Euro bezahlt werden.
Bis Ende 2001 befand sich der Kaffeepreis in einem Abwärtstrend, ging danach jedoch in einen leichten Aufwärtstrend über. Seit Ende 2004 nun steigen die Kaffeepreise sehr stark an. So lag das Tief an der Börse bei 0,246 US-Dollar, inzwischen legte der Preis rund 180 Prozent auf 0,689 Dollar je 100 Kilogramm Kaffee zu.
Neben dem gestiegenen Konsum, der zu einem ausgeglichenen Markt führte, tragen hierzu Hedge-Fonds und andere spekulative Anleger bei, die an Waren- bzw. Kaffeebörsen den Preis nach oben treiben. So hat die Anzahl der gehandelten und auch der ausstehenden Warenterminkontrakte deutlich zugenommen.
Traditionell bleibt im Anbauland selbst der geringste Anteil des vom Endverbraucher gezahlten Preises und davon wiederum nur ein kleiner Teil bei den Arbeitern und Bauern hängen. Im Fairen Handel, als dessen klassisches Produkt Kaffee gilt, wird versucht, diese schwierige wirtschaftliche Lage der Produzenten im gesamten Handelsprozess zu berücksichtigen und faire Bedingungen zu schaffen.
Dies führte bisher zwar zu einer anderen Verteilung in der Wertschöpfungskette, doch auch zu insgesamt höheren Preisen für den Verbraucher von seit Jahren stabil rund fünf Euro. Durch die aktuelle Preisentwicklung wird dieser bisher teurere Kaffee – mit einem bisherigen Marktanteil in Deutschland von unter einem Prozent – nun konkurrenzfähig und bei weiter steigenden Preisen sogar deutlich günstiger als der traditionell gehandelte.
Verbrauch
Den größten Kaffeekonsum der Welt haben die Finnen. Jeder Einwohner Finnlands konsumierte 1998 11,3 kg Kaffee, was insgesamt 1737 Tassen pro Jahr beziehungsweise 5 Tassen pro Tag und Person entspricht.
Den größten Gesamtverbrauch haben die USA, 1998 betrug er schätzungsweise 1.148.000 t (Finnland: 58.000 t). Umgerechnet auf den einzelnen Bewohner der USA, entsprechen diese Zahlen 4,2 kg bzw. 646 Tassen pro Jahr (1,8 pro Tag).
Im Durchschnitt trinkt jeder Deutsche 4 Tassen Kaffee am Tag, das entspricht 160 Liter bzw. 6,7 Kilo pro Jahr. Damit ist Kaffee noch vor Bier das beliebteste Getränk der Deutschen.
In Deutschland unterliegen Kaffee und kaffeehaltige Waren einer zusätzlichen Verbrauchsteuer, der Kaffeesteuer. Diese macht mit 2,19 €/kg Röstkaffee (Stand 2004) einen nicht unerheblichen Anteil des Kaffeepreises aus. Die jährlichen Einnahmen aus dieser Steuer belaufen sich auf rund 1 Mrd. Euro.
Zubereitung und Konsum
Euro]
Die Zubereitungsart von Kaffee ändert sich je nach Kultur, nationalen Gepflogenheiten oder persönlichem Geschmack. Grundsätzlich können fünf Zubereitungsarten unterschieden werden:
- Beim in Deutschland, der Schweiz und den USA weit verbreiteten Filterkaffee wird siedendes Wasser durch das in einer Filtertüte befindliche Kaffeepulver gefiltert. Dieses Verfahren wurde 1908 von Melitta Bentz erfunden.
- Unter anderem in Italien wird Espresso getrunken, bei dem Wasser unter hohem Druck (9–15 bar) durch den feingemahlenen Kaffee geleitet wird (Extraktion) und dabei einen Schaum aus Kaffeeölen bildet, die Crema.
- Bei der Zubereitung von Türkischem Kaffee (Türkei, Balkanländer) wird der sehr fein gemahlene Kaffee ggf. mit Zucker und Wasser in einem speziell dafür konzipierten, leicht konischen Kupferkesselchen aufgekocht, dem sog. Ibrik oder Djesvè // (siehe Mokka) .
- Eine in Frankreich sehr beliebte Methode des Kaffeekochens wird mittels der French Press oder Pressstempelkanne bewerkstelligt. Ähnlich wie beim türkischen Kaffee wird dabei das Kaffeepulver direkt in das heiße Wasser gegeben, und nach einer Weile mittels eines Metallsiebes abgetrennt.
- Löslicher Kaffee ist Kaffeepulver, der nur durch Zugabe von heißem Wasser zubereitet wird und ohne weitere Zubereitungsschritte getrunken werden kann.
Auf Basis dieser fünf Grundzubereitungen gibt es heute hunderte von Kaffeerezepten und Tausende von Rezepten, die Kaffee verwenden. Für viele Arten der Zubereitung gibt es spezielle Kaffeemaschinen.
Kaffee wird meist nicht wie andere Getränke als normaler Durstlöscher eingenommen. Kaffeetrinker erhoffen oft eine anregende Wirkung. Nach einer Studie des an der University of Scranton tätigen US-amerikanischen Chemikers Joe Vinson von August 2005 dient Kaffee, neben dem traditionellen Verzehr von frischem Obst und Gemüse, als eine wichtige Quelle von Antioxidantien. Das sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die indirekt das Krebsrisiko verringern.
Arten der Kaffeeröstung
Antioxidantien
- Helle Röstung = blasse oder Zimt-Röstung
- Mittlere Röstung = amerikanische Röstung, Frühstücksröstung
- Starke Röstung = helle französische Röstung, Wiener Röstung
- Doppelte Röstung = Continental-Röstung, französische Röstung
- Italienische Röstung = Espresso-Röstung
- torrefacto (spanisch für geröstet) = Röstung unter Zuckerbeigabe, vor allem in Spanien gebräuchlich. Der so geröstete Kaffee wird dem konventionell gerösteten (tueste natural) zu 20 % - 50 % beigemischt, das Ergebnis wird als mezcla (spanisch für Mischung) bezeichnet. Eine mezcla 70/30 z. B. besteht aus 70 % tueste natural und 30 % café torrefacto. Diese Röstungsart reduziert Säure und Bitterkeit des Kaffees.
Zubereitungsarten (Auswahl)
: Deutschland
: - Eiskaffee – gekühlter Kaffee mit Vanilleeis
: - Irish Coffee – starker Kaffee mit Whisky, Schlagsahne und Zucker
: - Kaffee Hag® – koffeinfreier Kaffee (Hag ist eine Marke)
: - Milchkaffee – Filterkaffee, halb Milch, halb Kaffee
: - Mokka / Türkischer Kaffee – starker Kaffee, im Kännchen mit Satz serviert
: - Pharisäer – schwarzer Kaffee mit Rum, Zucker und Schlagsahne
: - Rüdesheimer Kaffee – Kaffee mit Weinbrand flambiert, mit Schlagsahne, Vanillezucker und Schokoladestreusel
: - Schwaten oder Schwatten – schwacher Kaffee mit Zucker und 2 cl Korn pro Tasse (Norddeutsche Spezialität)
: Österreich (und Gebiet der ehemaligen Monarchie)
Pharisäer
: - Almkaffee – Kaffee mit Eidotter, Obstschnaps und Obers
: - Biedermeier – österreichisch; mit Marillenlikör und Schlagobers
: - Großer Brauner – doppelter Espresso mit Milch in großer Tasse
: - Kleiner Brauner – einfacher Espresso mit Milch in kleiner Tasse
: - Doppelmokka – doppelt starker Kaffee in großer Mokkaschale
: - Einspänner – großer Mokka im Henkelglas mit Schlagobers – Henkel weil der Kutscher mit einer Hand die Zügel halten musste (Wien)
: - Eiskaffee englischer Art – ein Drittel Kaffee, ein Drittel Eis, ein Drittel Obers
: - Eiskaffee Wiener Art – festes Kaffeeeis aus Eidottern, Sahne und Kaffee mit Schlagobers
: - Fiaker – Ein großer Schwarzer im Glas mit viel Zucker und einem Stamperl Slibowitz oder Rum (Wien)
: - Franziskaner – lichte Melange mit Schlagobers und Schokostreusel
: - Gebirgskaffee – Kaffee mit Eidotter, Obstschnaps und Obers
: - Gespritzter – Schwarzer Kaffee mit Rum oder Weinbrand
: - Granita di Caffé – fein gekörntes Eis mit starkem schwarzen gezuckertem Kaffee übergossen
: - Häferlkaffee – Kaffee im Häferl (und nicht in einer Tasse), Filterkaffee
: - Intermezzo – Kleiner Mokka, mit heißer Schokolade und Creme de Cacao verrührt und Schlagobershaube mit Praline (evtl. Mokkabohnen)
: - Kaffee Kirsch – Kaffee mit Kirschwasser
: - Kaffee Obermeier – Kaffee mit Milchhaut (Wien)
: - Kaffee Verkehrt – Kaffee mit 2/3 Milch und 1/3 Kaffee (Wien)
: - Kaisermelange – Mokka mit Eidotter, auch mit Honig und Cognac (Wien)
: - Kapuziner – schwarzer Kaffee mit einem Schuss Milch (Wien)
: - Katerkaffee – starker schwarzer Kaffee, der mit Zuckerstücken gesüßt wird, die man vorher an einer Zitronenschale abgerieben hat.
: - Konsul – schwarzer Kaffee mit etwas Schlagobers (Wien)
: - Kosakenkaffee – Kleiner Mokka im Einspännerglas, vermischt mit Rotwein, Wodka und flüssigem Zucker
: - Maria Theresia – Mocca mit einem Schuss Orangenlikör
: - Marghiloman – Mokka mit Cognac
: - Mazagran – Kalter gesüßter Kaffee mit Eisstückchen und Maraschino oder Cognac
: - Melange – halb Kaffee, halb Milch
: - Mokka gespritzt – Mokka mit Cognac und Rum
: - Piccolo – kleiner Schwarzer mit Schlag
: - Großer Schwarzer (auch großer Mokka) – österreichisch; doppelter Espresso ohne Milch in großer Tasse
: - Kleiner Schwarzer (auch kleiner Mokka) – österreichisch; einfacher Espresso ohne Milch in kleiner Tasse
: - Othello – Heiße Schokolade mit Espresso
: - Sanca® – koffeinfreier Kaffee (Sanca ist eine Marke)
: - großer Schwarzer - doppelter Espresso
: - kleiner Schwarzer - Espresso
: - Schale(rl) Braun – halb Kaffee, halb Milch
: - Schale(rl) Gold – Kaffee mit Milch, etwas heller als ein Brauner (Wien)
: - Separee – Kaffee und Milch werden getrennt serviert (Wien)
: - Sperbertürke – doppelt starker, mit Würfelzucker aufgekochter "Türkischer"
: - Türkischer Kaffee passiert – türkischer Kaffee, bei dem der Satz wieder herauspassiert wurde
: - Überstürzte Neumann – Schlagobers wird auf den Boden der leeren Schale gelagert und mit heißem Kaffee "überstürzt"
: - Ungarischer Kaffee – starker gesüßter Kaffee wird aufs Eis gestellt, dann mit gekühltem Schlagobers vermengt und im Glas serviert
: - Verlängerter – die Dosierung eines kleinen Schwarzen wird mit der Wassermenge eines großen Schwarzen zubereitet (Wien) oder ein mit etwa doppelter Menge Wasser zubereiteter Espresso
: - Weißer mit Haut – lichte Melange (heller Milchkaffee), der mit heißer, nicht verquirlter Milch serviert wird, worauf sich eine Haut bildet (Wien)
: - Wiener Melange – Melange, mit gesprudelter Milch im Glas serviert (Wien)
: - Zarenkaffee – starker Espresso, auf den eine Haube aus gesprudeltem Eidotter, vermischt mit Zucker und Eidotter aufgesetzt wird. Der Lieblingskaffee der russischen Zaren
: Schweiz
Milchhaut
: - Canard – Kaffee mit Marc (Traubenschnaps): ein Zuckerwürfel wird mit Marc beträufelt und in den Mund gesteckt, der Kaffee mit Schnaps und Sahne vermischt und über den Zuckerwürfel getrunken
: - Kaffee crème – Kaffee mit Sahne
: - Kaffee Melange – Kaffee mit Schlagsahne, häufig wird die Schlagsahne separat in einem Schälchen serviert
: - Luzerner Kafi – teefarbener, dünner Kaffee mit Zucker und Träsch (auch als Kafi Träsch oder Kafi Luz bekannt)
: - Schale – Milchkaffee
: - Schümli – Milchkaffee
: Frankreich
: - Café au lait – Variante eines stärkeren Cappucino mit wenig Milchschaum, im deutschen Sprachgebrauch meint man jedoch meist die französische Variante des Milchkaffees
: - Café Brulot – Weinbrand oder Cognac mit Zucker flambiert und mit Kaffee aufgegossen
: - Café Crème – Kaffee mit Sahne oder Milch, die durch Dampf aufgeschäumt wird
: - Café Filtre – Kaffee, der mit einem aufgesetzten Filter direkt in die Tasse filtriert wird. Weniger konzentriert als der Espresso
: - Café natur – Kaffee ohne Milch
: - Café Royal – wie Café Brulot
: Italien
Café au lait. Charakteristisch ist die achteckige Form.]]
: - Caffè Latte – italienische Variante des Milchkaffee, je zur Hälfte heiße Milch und Espresso
: - Cappuccino – je ein Drittel Espresso, heiße Milch und Milchschaum, oft mit Kakaopulver und/oder Zimt bestreut
: - Cappuccino con panna – Cappuccino mit Schlagsahne statt aufgeschäumter Milch
: - Chocolaccino – Cappuccino mit geriebener Schokolade bestreut
: - Coretto – Espresso mit Weinbrand, z.B. Coretto con Grappa, Coretto con Fernet ...
: - Doppio – doppelter Espresso
: - Espresso – sehr starker Kaffee ohne Milch und Zucker, bei dem das Wasser unter hohem Druck (9 bar) durch das sehr fein gemahlene Kaffeemehl gepresst wird, eine Tasse hat etwa 25 ml
: - Latte Macchiato – aufgeschäumte warme Milch mit einem vorsichtig zugegebenen Espresso Lungo
: - Lungo – Espresso, bei dem die doppelte Wassermenge verwendet wurde
: - Mischio – Mischung zwischen Kaffee und Kakao mit Schlagsahne
: - Ristretto – Espresso mit sehr wenig Wasser (15–20 ml statt der üblichen 25 ml)
: Spanien
:: Ein café wird in Spanien gewöhnlich mit einer Espressomaschine aus einer dunklen Röstung zubereitet und würde damit im deutschen Sprachraum als Espresso bzw. Brauner bezeichnet.
: - Café solo – schwarz
: - Cortado – mit einem Schuss Milch oder Milchschaum, meist in Tassen, manchmal auch im Glas oder mit gesüßter Kondensmilch (siehe auch: Cortado)
: - Café con leche – Milchkaffee, meist zur Hälfte café, zur Hälfte Milch (oft aufgeschäumt)
: - Café americano – Filterkaffee, manchmal auch ein mit Wasser verlängerter Café solo
: - Café con hielo – Zum café wird ein Trinkglas mit Eiswürfeln serviert, über die nach dem Zuckern der Kaffee gegeben wird.
: - Carajillo – mit einem Schuss Likör, Brandy (Cognac) oder Rum. Zubereitung: Zucker wird im Glas mit dem Alkohol verrührt, angezündet und mit starkem Kaffee (Espresso) aufgegossen. Als Dekoration werden Kaffeebohnen und ein Stück Zitronenschale ins Glas gegeben
: - Bombón – Aus der Region Castellón de la Plana - Kondensmilch (leche condensado) wird mit Espresso aufgegossen und in einem kleinen Glas serviert, sodass die zwei Schichten erkennbar sind. Vor dem Trinken wird umgerührt.
: Portugal
: - Bica – starker, schwarzer Kaffee, aus kleinen Tassen getrunken
: - Pingo (Bica Pingada) – Bica mit ein wenig Milch
: - Galão – portugiesischer Milchkaffee, aus einem Glas getrunken
Espresso
: Türkei (und Balkanländer)
: - Cyprus Coffee – türkischer Kaffee
: - Türkischer Kaffee – ungefiltert; mit Kaffeepulver als Bodensatz
: Griechenland
: - Griechischer Kaffee – zwei bzw. dreifach aufgekochter starker Kaffee, ähnlich türkischem Mokka
: - Café frappé – mit Eiswürfeln servierter, kalt aufgeschäumter Instantkaffee.
: USA
: - Iced coffee – Auf ein Glas mit Eisstücken wird heißer, starker und gesüßter Kaffee gegeben
: Südamerika
: - Café Americano – Espresso der mit heißem Wasser oder Spirituosen verlängert wurde
: - Café de olla - Kaffe der mit Gewürzen wie Zimt zubereitet wird, und dann kalt getrunken
Teilweise gibt es unterschiedliche Auffassung von Land zu Land, welche Benennung auf welche Zubereitungsart zutrifft.
Malzkaffee (ugs. Muckefuck) wird zwar Kaffee genannt, enthält aber Malz und ähnelt diesem geschmacklich nur wenig (z. B. Caro-Kaffee). Er ist ein Surrogat für Kaffee und somit u. a. für Kinder geeignet.
Kaffeesatz als Haushaltsmittel
Nach dem Aufbrühen kann der Kaffeesatz wegen seines hohen Stickstoff-Gehaltes noch als guter Garten-Dünger verwendet werden. Sein hoher Gehalt an Kalium, Phosphor und anderen Mineralstoffen ist gut für die Pflanzenentwicklung. Viele Gärtner schwören auf Kaffeesatz als Rosendünger.
Kaffeesatz ist auch ein hervorragendes Handwaschmittel für stark verschmutzte und beanspruchte Hände. Durch die körnige Struktur wirkt es leicht schmirgelnd und die Öle machen ein nachträgliches Einfetten überflüssig. Die schmirgelnde Wirkung des Kaffeesatzes findet auch bei der Reinigung von schwer erreichbaren Stellen Anwendung, wie sie beispielsweise bei Flaschen oder Thermoskannen vorliegen.
Kaffeesatz ist unter anderem auch ein hervorragendes Wurmfutter für die Wurmhaltung von Tauwurm (Lumbricus terrestris) oder Kompostwurm.
Das Lesen des insbesondere bei Mokkazubereitungen sich bildenden Kaffeesatzes dient im Volksspiritismus zum Wahrsagen über die Zukunft und wird "Kaffeedomantie" genannt.
Physiologische Wirkungen des Kaffees
Der Kaffee ist aufgrund seines Koffeingehaltes für seine aufmunternde Wirkung bekannt. Es gibt jedoch auch Wirkungen, die im Allgemeinen unbekannt sind. Kaffee hat eine beruhigende Wirkung. In der Praxis ist es bekannt, dass man besser einschläft, wenn man sich in den ersten 15 Minuten nach dem Kaffeetrinken hinlegt, weil das Schlafzentrum im Gehirn besser durchblutet wird. Zögert man jedoch zu lange, verpasst man die beruhigende Wirkung vom Kaffee und das Koffein fängt an zu wirken; nun ist es fast unmöglich einzuschlafen. Diese Methode der Beruhigung wird z. B. in Krankenhäusern angewandt. Bei älteren Menschen bekämpft Kaffee den Abfall der Atemfrequenz beim Einschlafen, was deren Schlafqualität verbessern kann.
Um die aufmunternde und konzentrationsfördernde Wirkung des Kaffees voll ausschöpfen zu können, ist es nach einem Artikel in der Fachzeitschrift Sleep (Vol. 27, Nr. 3) sinnvoller, viele kleine Schlucke Kaffee über den Tag (bzw. die Nacht) verteilt zu sich zu nehmen, als eine große Tasse Kaffee am Morgen. Auf diese Weise findet eine deutlich effektivere Einwirkung des Koffeins auf die Schlafzentren im Gehirn statt. Die Strategie, den Kaffeekonsum gleichmäßig auf einen längeren Zeitraum zu verteilen, ist besonders nützlich für Personen, die nachts arbeiten müssen: Ihnen fällt es so leichter wach zu bleiben und dabei ihre Konzentrationsfähigkeit aufrechtzuerhalten.
Eine nachteilige Wirkung des Kaffees besteht darin, dass er den Insulinspiegel und Blutzucker abrupt anhebt, das körpereigene Gleichgewicht durcheinanderbringen und die Bauchspeicheldrüse negativ beeinflussen kann. Insbesondere Personen mit Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) ist der Konsum von Kaffee strikt verboten. Diabetiker sollten Kaffee ebenfalls meiden oder allenfalls sehr geringe Mengen zu sich nehmen. Koffein kann in größeren Mengen genossen auch zu Überreizungen der Magenschleimhaut führen.
Derzeitige Untersuchungen zeigen, dass eine entwässernde (harntreibende) Wirkung nicht nachweisbar ist. Auch wenn in vielen Restaurants üblich ist, mit einer Tasse Kaffee ein Glas Wasser zu servieren, um den scheinbaren Flüssigkeitsverlust auszugleichen (Das Glas Wasser dient aber wie das Glas Wasser zum Wein auch dazu, den Gaumen zu neutralisieren und die Geschmacksnerven empfänglich zu machen für den Genuss des nächsten Schlucks Kaffee). Aufgrund der oben genannten weiteren Wirkungen von Kaffee sollte der Einsatz als Durstlöscher trotzdem vermieden werden.
In einer Untersuchung des Nationalen Krebs-Zentrums in Tokio haben Forscher in einer zehnjährigen Studie herausgefunden, dass von 100.000 Kaffeetrinkern statistisch nur 214 Personen an Nierenkrebs erkranken. Da die entsprechende Erkrankungszahl bei Nicht-Kaffeetrinkern 547 beträgt, geht man davon aus, dass die Antioxidantien des Kaffees die Nierenzellen vor kanzerogenen Sauerstoffradikalen schützen. In einer Vergleichsuntersuchung wurde gezeigt, dass grüner Tee diesen Schutzeffekt des Kaffees nicht aufweist.
Die Auswirkungen des Konsums von Kaffee auf die Potenz sind umstritten. Abwechselnd wurde Kaffee als Droge, die impotent mache, und als Aphrodisiakum bezeichnet. Der Forscher Amantea fand allerdings 1923 in einem Humanexperiment heraus, dass Koffein nicht nur die Lust am Geschlechtsverkehr steigerte, sondern auch den Orgasmus verstärkte und die Menge des Ejakulats erhöhte.
Literatur
- Stewart Lee Allen: Ein teuflisches Zeug: auf abenteuerlicher Reise durch die Geschichte des Kaffees. Campus-Verlag, Frankfurt/Main 2003. ISBN 3-593-37290-8
- Ulla Heise: Kaffee und Kaffeehaus: eine Geschichte des Kaffees. Insel-Verlag, Frankfurt/Main 2002. ISBN 3-458-34495-0
- Ernesto Illy: Von der Bohne zum Espresso. Spektrum der Wissenschaft, Mai 2003, S. 82–87, ISSN 0170 - 2971
- Heinrich Eduard Jacob: Sage und Siegeszug des Kaffees. Die Biographie eines weltwirtschaftlichen Stoffes. Rowohlt: Berlin 1934. Erw. Neufassungen Rowohlt, Hamburg 1952 sowie Rowohlt-TB-Ausgabe Nr. 675/676, Reinbek 1964. Auch in englisch (1935), amerikanisch (1935), italienisch (1936), schwedisch (1937), französisch (1953) und koreanisch (2002)
- Cornelia Teufl, Stephan Clauss: Coffee. Zabert Sandmann, München 2004, ISBN 3-89883-077-2
Weblinks
- [http://www.quarks.de/kaffee/ Faszination Kaffee] – sehr informatives und gut zu lesendes Skript zur Sendung Quarks & Co vom 7. Oktober 1997, auch als PDF-Datei vorhanden
- [http://www.tis-gdv.de/tis/ware/genuss/kaffee/kaffee.htm Transport-Informations-Service: Fachinformationen zum Transport von Kaffee / Rohkaffee]
- [http://www.uni-bayreuth.de/departments/didaktikchemie/umat/kaffee1/1_kaffee1.htm Kaffee aus der Sicht des Chemikers]
- [http://www.mesob.ch/deutsch/produkte/kaffee/coffeeshop-rep/seite1.htm Äthiopische Kaffeezubereitung]
- [http://www.oxfam.de/downloads/Kaffeestudie.pdf Oxfam: Kaffee und Handel – Auswirkungen auf die Dritte Welt]
- [http://www.kaffeewiki.de/index.php/Hauptseite Hauptseite des „Kaffeewikis“]
- [http://www.kaffeemuseum.at/kaffee.htm Alles zum Kaffee: Geschichte, Sorten, Rezepte usw.]
- [http://www.elbkutter.com/wiki Coffeewiki: Liste von Orten, wo man guten Kaffee trinken kann]
!
Kategorie:Äthiopien
Kategorie:Lebensmittel
Kategorie:Stoffgemisch
ms:Kopi
simple:Coffee
ja:コーヒー
ms:Kopi
th:กาแฟ
NervositätNervosität ist eine innere Gemütsverfassung von Menschen (und auch Tieren) (syn. Unruhe), die sich durch Entfernung vom Ruhezustand und Verlust oder Verringerung der Gelassenheit kundtut.
Die innere nervöse Verfassung kann sich nach außen sichtbar machen, durch erkennbare Unruhe:
# schnelle Augenbewegungen, Lidflattern,
# unruhige Hand- und Armhaltung,
# Hin- und Herlaufen,
# veränderte, angehobene Stimmlage und schnelles, weniger kontrolliertes Sprechen,
# sonstige Kontroll-Verringerung,
# viele weitere Äußerungen der Körpersprache.
Ausgelöst werden kann Nervosität durch Anspannungs-Situationen (z.B. Prüfungen, bevorstehende schwierige Lebenssituationen oder Gespräche ).
Nervosität kann aber auch ein Wesenszug sein, dem Charakter eines Menschen (oder Tieres: bei Pferden z.B.) immanent.
Umgangssprachlich benannt: der ist ein Zappelphilipp, Hibbelfrosch, hat immer Flöhe im Hintern.
Auch für die medizinische Diagnose und Therapie ist Nervosität ein Begriff.
Kategorie:Gesundheit
Kategorie:Psychopathologisches Symptom
Indigene Völker SüdamerikasBei den indigenen Völkern Südamerikas unterscheidet man Andenvölker von den Völkern des Tieflandes. Die bekanntesten indigenen Völker sind die Quechua, Aymara, Tupi und Mapuche.
Politische Situation
Nur wenige indigene Völker haben es bis zur Anerkennung ihrer Sprache als Amtssprache gebracht, so die Aymara (Bolivien), Quechua (Bolivien), Guaraní (Paraguay).
In einigen Ländern stellen die indigenen Völker einen wesentlichen Anteil der Bevölkerung, so in Ecuador und Bolivien.
Die indigenen Völker Südamerikas haben jeweils nationale Organisationen gegründet, über die sie ihre Interessen vertreten. Im amazonischen Kontext wurde 1984 die COICA (Coordinadora de las Organizaciones Indígenas de la Cuenca Amazónica) gegründet, um die Interessen der Amazonasindianer zu verteidigen. Gegenwärtig dient die Agenda Indígena Amazónica als strategisches Leitbild für den Kampf um indigene Rechte. Sie umfasst fünf strategische Linien:
- Humane Nachhaltigkeiten
- Territorien und natürliche Ressourcen
- Angemessenes Rechtssystem
- Stärkung traditionellen Wissens und Organisationsstrukturen
- Akademische und wissenschaftliche Bildung
Geschichte
Siehe: Geschichte Südamerikas
Kulturelle Entwicklung
Im Gegensatz zu den Hochkulturen Mittelamerikas gab es in Südamerika in vorkolumbischer Zeit nach heutigem Stand der Forschung keine Schrift im heutigen Sinne.
Die Knotenschrift Quipu der Inka bestand nach heutigem Wissensstand ausschließlich aus Ziffern und diente im wesentlichen zur Erfassung statistischer Daten. Neuere Forschungen behaupten, dass auch die in Textilien gewebten Tocapu-Muster schriftähnlich verwendet wurden.
Als Hochkulturen galten vor allem die Völker Perus, nach dem Beginn der Kultivierung des Mais und der Einführung der Töpferei um 2000 v. Chr.. Beginn der Metallbearbeitung um das Jahr 0 (erst Gold, dann Kupfer und Silber). Bronze wurde seit etwa 1000 verarbeitet.
Religion
Berichte über die Religionen Südamerikas finden sich vor allem in Berichten europäischer Missionare. Im Inkareich verdrängte der staatliche Sonnenkult den Mondkult unterworfener Völker. Menschenopfer spielten - anders als in Mittelamerika - eine geringe Rolle.
Liste indigener südamerikanischer Völker
- seit der Kolonialzeit anstelle der eigenen Sprache verwendet
Weiterführende Informationen
Siehe auch
Indigene Völker Mittelamerikas und der Karibik, Indianer Nordamerikas
Weblinks
- [http://home.snafu.de/duerr/NAM.html Nord- und mesoamerikanische Sprachen]
- [http://www.gtz.de/indigenas/ GTZ: Indigene Völker in Lateinamerika & der Karibik]
- [http://www.klimabuendnis.org Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder e.V.]
- [http://www.socioambiental.org/pib/portugues/quonqua/cadapovo.shtm Sehr ausführliche Übersicht zu brasilianischen indigenen Völkern (in port./engl.)]
- [http://www.etniasdecolombia.org/grupos_pueblos.asp Indigene Völker in Kolumbien (in span.)]
- [http://www.obib.de/Schriften/AlteSchriften/Suedamerika/Suedamerika.html Liste indigener Völker].
- [http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0029/bg_go19.htm Xingú Nationalpark in Brasilien]
Literatur
- Kayser, Hartmut-Emanuel, Die Rechte der indigenen Völker Brasiliens - historische Entwicklung und gegenwärtiger Stand, Shaker Verlag, Aachen, 2005, 666 Seiten, 9 Abb. ISBN 3-8322-3991-X
- Winter, Johannes und Scharmanski, André (2005): Sind die Andenstaaten unregierbar? Ursachen der politischen Krise in Bolivien, Ecuador und Peru. In: Zeitschrift Entwicklungspolitik 14/2005, S. 30-34.
Kategorie:Südamerika
Völker, Südamerika
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Kategorie:Indigene Völker
Brasilien
Brasilien (portugiesisch Brasil) ist der fünftgrößte Staat der Erde und der bevölkerungsreichste Südamerikas. Er nimmt über die Hälfte des Kontinents ein. Das Land grenzt (von Nordosten gegen den Uhrzeigersinn) an Französisch-Guayana, Suriname, Guyana, Venezuela, Kolumbien, Peru, Bolivien, Paraguay, Argentinien, Uruguay und den südlichen Atlantik. Damit hat es mit jedem südamerikanischen Land außer Chile und Ecuador eine direkte Grenze.
Geographie
Ecuador
Brasilien ist geprägt durch die ausgedehnten Regenwälder des Amazonas-Tieflands im Norden und Hochebenen, Hügeln und Gebirge im Süden. Während die landwirtschaftliche Basis des Landes in den Savannengebieten des Mittelwestens liegt, lebt der Großteil der Bevölkerung in der Nähe der Atlantikküste, wo sich auch fast alle Großstädte befinden.
Wichtige Städte
Atlantik
Atlantik
Die größten Städte sind São Paulo mit ca. 19 Mio. Einwohnern, Rio de Janeiro mit ca. 6 Mio. Einwohnern, Salvador da Bahia mit ca. 2,7 Mio. Einwohnern, Belo Horizonte und Fortaleza mit je 2,3 Mio. Einwohnern und Brasília mit 2,2 Mio. Einwohnern. Die Einwohnerzahlen beziehen sich jeweils auf die Großräume.
São Paulo ist die größte Stadt Südamerikas und der wirtschaftliche Motor Brasiliens. Als industrielles Zentrum des Landes zieht die Stadt kontinuierlich Einwanderer an, sodaß sich die Zahl der Einwohner innerhalb von 40 Jahren verdoppelte. Die rapide Bevölkerungsentwicklung brachte ihr eine vorrangige Stellung in Bezug auf Finanzen, Kultur und Wissenschaft ein, aber auch Verkehrsprobleme, Umweltverschmutzung und Kriminalität.
Rio de Janeiro war fast 200 Jahre lang Hauptstadt Brasiliens, bis sie diesen Status 1960 an Brasília abgeben mußte. Es ist die wohl bekannteste Stadt des Landes. Bei Touristen ist sie beliebt wegen des Karnevals und der Strände, die zu den schönsten der Welt zählen. Der Tourismus hat in Rio einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert, aber auch produzierende Industrie ist in der Stadt beheimatet. Abseits der Urlaubszentren hat die Stadt mit den typischen Problemen einer Großstadt zu kämpfen, vorrangig mit Kriminalität und Armut großer Bevölkerungsteile.
Die Hauptstadt Brasília wurde in den 1960er Jahren innerhalb von drei Jahren erbaut. Es handelt sich um eine klassische Planhauptstadt. Sie wurde von Lúcio Costa im Auftrag des damaligen Präsidenten Kubitschek entworfen, Oscar Niemeyer entwarf die Regierungsgebäude. Brasília sollte ursprünglich als glänzendes städtisches Vorbild dienen. Allerdings ging die Entwicklung in wichtigen Punkten nicht so voran, wie es die Pläne vorsahen, und so ist Brasília in den äußeren Bezirken mittlerweile ebenfalls von Favelas geprägt. Heute hat die Stadt knapp 200.000 Einwohner, die Metropolregion zählt etwa 2,2 Millionen Menschen.
Höchste Berge
Der höchste Gipfel Brasiliens ist der 3.014 m hohe Pico da Neblina, der 1965 zum ersten Mal bestiegen wurde. Wie auch der zweithöchste Berg, der Pico 31 de Março (2.992 m), liegt der Pico da Neblina im gleichnamigen Nationalpark nahe der Grenze zu Venezuela und Guyana. Der Pico da Bandeira (2.891 m) wurde früher für den höchsten Berg des Landes gehalten, da er nicht im lange Zeit nur wenig erforschten Regenwald, sondern im eher dicht besiedelten Südosten liegt. Er gilt durch seine Besiedlung als bestbesteigbarster Berg Brasiliens. Berühmter noch ist der Corcovado, der mit seinen 710 m einen spektakulären Blick über Rio de Janeiro bietet. Auf ihm steht die 30 m hohe Erlöser-Statue.
Gewässer
Der mit Abstand wichtigste Fluss Brasiliens ist der Amazonas, größter und längster Fluss der Erde (zwischen 6850 und 7250 km), mit seinen Nebenflüssen. Die bedeutendsten Zuflüsse sind der Río Purús, der Rio Negro und der Rio Tapajós. Der Paraná (3.998 km) ist vor allem wegen seiner eindrucksvollen Wasserfällen von Iguaçu bekannt.
Siehe auch: Liste der Flüsse in Brasilien
Liste der Flüsse in Brasilien
Die Lagoa dos Patos bei Porto Alegre ist mit über 10.000 km² die größte Lagune Brasiliens und die zweitgrößte Südamerikas. Danach kommt die weniger als halb so große Lagoa Mirim, südlich der Stadt Rio Grande.
Inseln
Die etwa 800 km von der brasilianischen Küste gelegenen Sankt-Peter-und-Sankt-Pauls-Felsen, die nur mit einem Leuchtturm bebaut sind, gehören genauso zu Brasilien wie die Fernando de Noronha, die nicht weit von der Felsgruppe entfernt ist. Beide genannten Inseln beziehungsweise Felsen liegen auf dem mittelatlantischen Rücken. Die größte Insel Brasiliens aber liegt im Amazonas: Marajó ist etwa 48.000 km² groß (größer als die Schweiz), da aber große Teile in der Regenzeit überschwemmt sind, ist die Insel nur an einigen Orten besiedelt. Auch die Bananalinsel gehört mit ihrer Fläche (20.000 km²) zu den größten Flussinseln der Welt. Sie liegt in einem Nationalpark im Bundesstaat Tocantins im Fluss Araguay und ist immer noch größer als bespielsweise Jamaika.
Klima
Das Klima Brasiliens, das zwischen 5° nördlicher Breite und 34° südlicher Breite liegt, ist überwiegend tropisch mit geringen jahreszeitlichen Schwankungen der Temperaturen. Nur im subtropischen Süden herrscht ein gemäßigteres Klima.
Besonders im feuchten Amazonasbecken gibt es reichhaltige Niederschläge, man findet jedoch auch relativ trockene Landstriche mit teilweise lang anhaltenden Dürrezeiten, besonders im Nordosten des Landes.
Im Süden befindet sich an der Grenze zu Bolivien und Paraguay ein ausgedehntes Feuchtgebiet, das Pantanal.
Flora und Fauna
Der tropische Regenwald im Amazonasbecken ist der größte weltweit und beherrbergt etwa 90 % aller Tier- und Pflanzenarten der Erde. Bislang wurden mehr als 1.000 Vogel-, sogar über 3.000 Fischarten entdeckt. Größere Tiere sind der Kaiman, der Flußdelphin und der vom Aussterben bedrohte Flußmanati. Das Brasilianische Bergland im Zentrum und Süden des Landes ist mit Baumsavanne bewachsen, der Nordosten dieser Region mit Laubbäumen durchsetzte Strauchsavanne. Auch das Pantanal weist eine große Tier- und Pflanzenvielfalt auf. Die Sumpfregion im Südwesten Brasiliens steht sieben Monate im Jahr unter Wasser.
Bevölkerung
Pantanal
Demographische Struktur und Entwicklung
Die brasilianische Bevölkerung ist sehr jung. Es sind 26,6 % unter 15 Jahre alt, 67,6 % sind 15 bis 64 Jahre alt und nur 5,8 % über 65. Das mittlere Alter beträgt 27,4 Jahre, die mittlere Lebenserwartung liegt bei 71,4 Jahren. (Schätzungen für 2004)
81 % der Bevölkerung leben in den Städten, die sich durch rasantes Wachstum und Wildwuchs auszeichnen; in den Außenbezirken bilden sich Favelas genannte Armensiedlungen.
Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist in kaum einem Land so groß wie in Brasilien. So erhalten 10 % der Brasilianer etwa 50 % des Einkommens, die ärmsten 50 % im Land müssen mit nur 10 % des Einkommens leben. Etwa 5 Millionen Familien gelten als landlos. Bis 1998 zum Beispiel waren 2,8 % der Bauern Großgrundbesitzer mit zusammen 57 % der gesamten Agrarfläche, wohingegen 90 % der Bauern sich 22 % der Nutzfläche teilen müssen. Den schwersten Stand haben dabei Afro-Brasilianer, bei denen Armut, Säuglingssterblichkeit und Diskriminierung wieder zunehmen. Nicht viel besser ergeht es den Indios. Ein Gleichstellungs- und Anti-Hunger-Programm gilt seit 2003.
Ethnien
2003]
2003
Ursprünglich vier Bevölkerungsgruppen bilden die brasilianische Bevölkerung. Sie sind heute jedoch so umfassend vermischt, dass eine klare Zuordnung oft nicht mehr möglich ist. Diese Gruppen sind:
- die Portugiesen, die ursprünglichen Kolonialisten
- die Afrikaner, die als Sklaven nach Brasilien verschleppt wurden
- verschiedene Immigrantengruppen, hauptsächlich aus Europa, dem Nahen Osten und Asien, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Brasilien angesiedelt haben. Seit 1818 sind über 300.000 Deutsche eingewandert. Eine große japanische Bevölkerungsgruppe lebt in Brasilien, außerdem viele Polen, vorwiegend in Paraná.
- einheimische Volksgruppen der Tupi- und Guarani-Sprachfamilien (200 ethnische Gruppen mit insgesamt etwa 250.000 Mitgliedern). Etwa 10 % der Fläche Brasiliens ist für Indianer reserviert.
Verbindungen (zumeist ohne offizielle Ehe) zwischen Portugiesen und Einheimischen oder Sklaven waren nicht ungewöhnlich und so begann schon früh in der Geschichte eine Verschmelzung der Ethnien und Kulturen.
Nur noch etwa 300.000 Indianer leben heute in Brasilien. Es gibt circa 200 Volksgruppen, die verschiedene Sprachen sprechen. Schon seit der Entdeckung des Landes wurden die Ureinwohner von den Neusiedlern zurückgedrängt. Durch die Rodung des Regenwaldes wird der Lebensraum dieser Volksgruppen immer mehr verkleinert. Aber die Brandrodung des Regenwaldes zeigt sich auch für Krankheitsepidemien, Umsiedlung und das Zerstören ihrer Kultur verantwortlich. Ihre Rechte sind zwar durch Gesetze geregelt, doch viele missachten sie einfach. Zum Schutz der Volksgruppen, viele sind in den letzten 50 Jahren ausgestorben, wurde die Behörde FUNAI gegründet, die aber auch nicht allein für den Schutz sorgen kann und deshalb oft kritisiert wird.
Sprachen
In Brasilien wird vorwiegend (brasilianisches) Portugiesisch gesprochen, das für mindestens 97 % der Bevölkerung Muttersprache ist. Indianersprachen werden nur noch von etwa 0.1 % der Bevölkerung gesprochen. Etwa 1.500.000 Brasilianer sprechen Deutsch als Muttersprache, 500.000 Italienisch, 380.000 Japanisch und 37.000 Koreanisch. Dabei muss berücksichtigt werden, dass der Anteil derjenigen mit Deutsch oder Italienisch als Muttersprache sehr optimistisch berechnet ist, da diese Volksgruppen zu den ersten Siedlern gehörten und die Nachfahren heute fast nur noch Portugiesisch verstehen, weil während des Zweiten Weltkriegs deutsche und italienische Schulen geschlossen wurden. Brasilien ist das einzige portugiesischsprachige Land Amerikas.
Religion
Ungefähr 76 % der Bevölkerung sind römisch-katholischer Konfession. Damit ist die Landeskirche mit circa 145 Millionen Gläubigen die größte der Welt. Die übrigen Brasilianer sind größtenteils protestantischen Glaubens (starke Zunahme evangelikaler Freikirchen) oder Anhänger von Kulten, die aus afrikanischen Religionen entstanden sind (Candomblé, Umbanda und andere).
Geschichte
Unterartikel: Geschichte Brasiliens
Brasilien war schon mindestens 10.000 Jahre vor der Entdeckung durch die Europäer besiedelt. Vor allem Höhlen im Amazonas-Gebiet waren bewohnt, große Stätten wie die der Inkas oder Mayas sind aber nicht bekannt. Das Land wurde nach dem in Europa sehr beliebten Brasilholz, einem roten Edelholz, das heute nur noch höchst selten ist, benannt.
Die Kolonialzeit
Brasilholz
Brasilholz
Der Portugiese Pedro Alvares Cabral war der erste Europäer, der Brasilien am 22. April 1500 betrat. Nach französischen Angaben stieß Jean Cousin schon 1488 auf die brasilianischen Küsten. 1494 beschlossen die großen Seemächte Portugal und Spanien jedenfalls die Aufteilung Südamerikas. Auf Anliegen des damaligen Papstes Alexander XI. wurde im Vertrag von Tordesillas festgeschrieben, dass die gesamte Westküste spanische, und die Küstenabschnitte des heutigen Brasiliens portugiesische Kolonie würden. Deshalb ist Brasilien heute das einzige portugiesisch sprachige Land Südamerikas. Bis 1580 hatten die Portugiesen das ganze Land unter Kontrolle. Schon 1549 wurde das heutige Salvador da Bahia (São Salvador da Bahía de Todos os Santos) zur Hauptstadt ernannt. Schon zu der Zeit mussten Afrikaner und aus dem Landesinnern an die Küste gebrachte Indios die Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen im Nordosten verrichten. Von 1637 bis 1654 stand dieses Anbaugebiet unter niederländischer Kontrolle. 1629 hatten sich die Niederländer in der Nähe des heutigen Recife niedergelassen und später unter Führung von Johann Moritz von Nassau-Siegen die Anbaugebiete, die daraufhin nochmals kurz aufblühten, erobert. In der Schlacht von Guararapes wurden die niederländischen Truppen 1654 wieder vertrieben. Reiche Barockstädte entwickelten sich im 17. Jahrhundert, als Bandeirantes-Expeditionen das Hinterland erkundeten und neben anderen Bodenschätzen auch Gold und Diamanten entdeckten. Im selben Jahrhundert bauten entflohene Sklaven sogenannte Quilombos auf, die erst 1699 alle wieder zerstört waren. 1763 wurde Rio de Janeiro zur Hauptstadt ernannt, weil sich das wirtschaftliche Zentrum des Landes auf den Süden verlagerte. 25 Jahre später führte Tiradentes einen Aufstand an, der aber scheiterte. 1792 wurde der heutige Nationalheld Brasiliens hingerichtet. Gleichzeitig begann ein Konflikt mit Spanien, weil die Bandeirantes-Expeditionen die Westgrenze Brasiliens entgegen der Vereinbarungen verschoben.
König- und Kaiserreich
Spanien
1807 brachen die französischen Truppen von Napoleon Bonaparte nach Portugal ein, woraufhin der portugiesische König João VI. von einer britischen Eskorte geschützt nach Brasilien (erst Bahia, später Rio de Janeiro) flüchtete und dort erstmals in der Geschichte Auslandshandel erlaubte. Mit der Übersiedlung des Königs und des gesamten Hofstaates bekam Brasilien den Status eines gleichberechtigten Mitglieds des Mutterlandes. 1815, auf dem Wiener Kongress wird Brasilien mit Portugal gleichgestellt. 1821 konnte João wieder nach Portugal zurückkehren. Er überließ die Herrschaft über Brasilien seinem Sohn Pedro. Pedro I. erklärte am 7. September 1822 die Unabhängigkeit Brasiliens von Portugal und machte sich am 22. September zum ersten brasilianischen Kaiser. 1828, nach drei Kriegsjahren gegen Argentinien, löst sich die Provinz Uruguay und erklärt ihre Unabhängigkeit. Drei Jahre später kam es zu einem Militäraufstand wegen dessen König Pedro I. abtrat und die Herrschaft auf seinen fünfjährigen Sohn Pedro II. übertrug.
Regentenzeit
Ein Zusatzpunkt der 1822 geschaffenen Verfassung ermöglicht noch am Tag der Abdankung Pedro I. einige Reformen, so wurde die Einsetzung eines einzigen Regenten beschlossen. 1835 spaltete sich erneut eine Provinz, nämlich Rio Grande, ab. Zu der Zeit gab es eine Reihe von Aufständen, die vor allem vielen Armen das Leben kostete. Rio Grande konnte nur zehn Jahre eigenständig bleiben.
Zweites Kaiserreich
Rio Grande
1840, also noch vor der Volljährigkeit, wurde Pedro II. zum Kaiser gekrönt. Ab 1865 besiegten Brasilien, Uruguay und Argentinien innerhalb von fünf Jahren Paraguay. Zu der Zeit war Kautschuk Exportartikel Nummer eins. Die Sklaverei wurde 1888 von Pedro II. offiziell abgeschafft, was zu Aufständen von Großgrundbesitzern und der Armee führte. Es ist schon seit 1853 bekannt, dass die Sklaverei geächtet wurde. Am 15. November 1889 ging der Kaiser wegen eines Militärputsches ins Pariser Exil.
Republik und die Zeit der Weltkriege
Die erste brasilianische Republik mit föderativer Verfassung (am 24. Februar wurde von Manuel Deodoro da Fonseca als Vereinigte Staaten von Brasilien (República dos Estados Unidos do Brasil) ausgerufen. Der Wohlstand war durch die große Kaffee-Nachfrage gesichert. Doch in den Jahren des ersten Weltkriegs, an dem sich Brasilien auf Seite der Alliierten gegen Deutschland beteiligte, ging die Nachfrage nach Kaffee stark zurück. In den 1920er Jahren forderten große Teile der Bevölkerung ein Ende der Oligarchie. Als dann 1930 die Kaffee-Preise nochmals einbrachen, führte Getúlio Vargas, der "Vater der Armen", einen Aufstand an und wurde so Präsident. In den ersten Monaten seiner Regierungszeit wuchs die Wirtschaft Brasiliens spürbar. 1937 wurde die Herrschaft Vargas' als "wohlwollender Diktator" festgeschrieben, 1942 erklärte er den Krieg gegen Deutschland. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Vargas von der Armee abgesetzt.
Zurück zur Demokratie
Zweiten Weltkriegs
Schon fünf Jahre später wählte ihn das Volk erneut zum Präsidenten. Weil sich die USA gegen die sozialistische Politik Brasiliens stellte und daraufhin Rechte und die Armee Vargas' Rücktritt forderten, beging er 1954 Selbstmord. Vargas' Nachfolger Juscelino Kubitschek sorgte mit Hilfe der Partido Trabalhista Brasiliero (PTB) für neue, ausländische Investoren, die die brasilianische Wirtschaft in den späten 1950er Jahren ankurbelten. 1960 wurde dann Jânio da Silva Quadros zum Präsidenten gewählt. Nach seinem Amtsantritt 1961 versuchte er die Abhängigkeit zu den USA zu lösen und den desaströsen Staatshaushalt zu sanieren. Nach nur wenigen Monaten im Amt trat er wieder zurück, sein Nachfolger wurde der bisherige Vize-Präsident João Goulart, kurz nachdem die neue Hauptstadt Brasília nach drei Jahren Bauzeit eingeweiht wurde. Auch Goulart war in der Bevölkerung nicht unumstritten, weshalb seine Befugnisse in den ersten drei Präsidentschaftswahlen nur eingeschränkt waren.
Militärdiktatur
1964 schlug ein Militärputsch unter Castelo Branco fehl, doch im Folgejahr wurde Branco doch Diktator und verbot alle Parteien. Er selbst gründete zwei neue. Mehrere weitere Militärgrößen setzte er an wichtige Stellen im Staat. In den nächsten Jahr konnte zwar ein Wirtschaftswunder beobachtet werden, linke Aktivisten wurden aber gnadenlos unterdrückt. Durch die Ölkrise in den 1970ern endete der Wirtschaftsboom, 1974 ist Brasilien gar das Land mit den meisten Auslandsschulden. 1979 werden Parteien wieder zugelassen. Ab 1985 gibt es in Brasilien wieder eine Demokratie.
1980er und 90er Jahre
1985
Der Wahlsieger Tancredo Neves verstarb 1985 noch vor seinem Amtsantritt. Im selben Jahr wurde das Wahlrecht für Analpha | | |